Rückblick auf die Alpenquerung: Empfehlungen!

  
Aus eigener schmerzlicher Erfahrung: möglichst kein Bergwasser trinken oder alternativ einen Filter / Test mitnehmen um sicherzustellen, das der Magen die Tour auch durchhält! Lieber 2 Trinkflaschen morgens in der Hütte auffüllen und jeweils bei Einkehroptionen die Flaschen wieder nachfüllen!

Nach Etappe 3 in Zams am besten eine Übernachtungsmöglichtkeit auf dem Gipfel wählen, damit man morgens früh starten kann und nicht auf die erste Bergbahnfahrt warten muss! Die Etappe 4 hat es nämlich zeitlich echt in sich. 
Je nach eigener Fitness ist es überlegenswert, die Etappe 4 auf 2 Etappen aufzuteilen. Nach dem langen Abstieg an Tag 3 können die Oberschenkel und Knie schon mal etwas schwer sein und dann ist die Etappe 4 doppelt so hart! 

Muss jeder selbst wissen, aber wir würden zukünftig immer Matratzenlager versuchen zu vermeiden! Das heißt: früh die Hütten buchen und nach Bettenlagern / Zimmerlagern fragen! Kostet idR nur 4-8,- EUR mehr pro Person und Nacht, aber mit 2-6 statt 20-125 anderen Menschen in einem Raum zu schlafen kann bedeutend mehr Komfort bedeuten.

Für jeden, der sich gedanklich damit beschäftigt, den E5 zu begehen, macht es ggfs Sinn, sich zu überlegen, die Tour in die andere Richtung zu gehen. So vermeidet man definitiv die Vielzahl an Menschen und sitzt nicht Abends immer wieder mit den gleichen auf der Hütte. Zu bedenken: der Weg ist in die andere Richtung definitiv nicht so gut ausgeschildert wie in die Hauptrichtung und die Etappen sollten auf jeden Fall auf Machbarkeit geprüft werden, was die Höhenmeter je Etappe auf und ab angeht, denn die normale Etappenzusammenstellung ist schließlich auf die andere Richtung ausgelegt.

Bei der Wahl des Rucksacks und der Zusammenstellung des Gepäcks immer und überall auf das Gewicht achten. Ich würde zukünftig immer probieren, max. 8 kg einzupacken – das sind immer noch knapp 3 kg weniger als ich zum Schluss auf dem Rücken hatte und ich bin sicher, das ist machbar. 

Top-Unterkünfte: Braunschweiger Hütte, Hofschenke Pfeiftal und unser Favorit, die Mahdalm! Nicht zu empfehlen: Mooserwirt in Moso. Alle anderen Unterkünfte waren ok, wobei ich wahrscheinlich aufgrund meiner traumatischen Magen-Darm-Erlebnisse zukünftig auch immer die Memminger Hütte meiden und lieber zum Württemberger Haus weitergehen würde. 

Die Entscheidung der Reisezusammenstellung ist wie immer gründlich zu überlegen: allein, zu zweit, in einer Gruppe? Ich persönlich habe alle bewundert, die die Tour allein gemacht haben. Einsam wird man nicht, allerdings muss man sich immer wieder selbst alleine motivieren. Wenn man mit mehreren loszieht, ist sicher viel Rücksicht aufeinander gefragt – der eine ist eher gerne schnell unterwegs und misst sich mit den anderen, der nächste geht lieber langsam und macht viele Pausen. Das kann schon anstrengend sein, wenn das nicht passt. Ich bin froh, das wir zu Zweit und vor allem, mit Ramin, unterwegs war. Wir haben gut aufeinander Acht gegeben und konnten jeweils gut auf den anderen eingehen. 

Der Anspruch an die Strecke ist nicht zu unterschätzen. Häufig wird die Tour als leichte bis mittelschwere Bergtour ausgewiesen. In unseren Augen ist eine körperliche Grundfitness unbedingt erforderlich. Insbesondere Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefragt. Es sind schon ein paar Passagen dabei, wo es auch wirklich ratsam ist, vorher schon die ein oder andere ausgesetzte Bergpassage mal mit einem Rucksack gegangen zu sein. Wir zwei waren in den letzten beiden Jahren regelmäßig wandern und haben dieses Jahr 2 Trainings-Wochenendtouren mit gefülltem Rucksack gemacht. Ich würde wahrscheinlich noch 1 bis 2 weitere Trainingstouren, davon eine auch gerne etwas höher gelegen sein kann, dran hängen, denke aber, das wir so gut vorbereitet waren. 

Auf so einer mehrtägigen Tour hält man den ganzen Körper ganz schön in Schach – zum Teil beansprucht man ihn ganz schön in jeglicher Hinsicht. Ich kann nur empfehlen, dem eigenen Körper auch jeden Tag nach gelungener Etappe bewusst etwas Gutes zu tun – neben einer Dusche und was zum Essen! 🙂 Ich habe täglich Yoga-Übungen gemacht und somit meinen Körper gelockert und gedehnt und meiner Seele gutes getan. Zudem haben wir immer Beine und Füße eingecremt und somit auch hier für bewusste Entspannung gesorgt. 

Folgende Mittelchen hätte ich nicht missen wollen: Latschenkiefer, Arnika, Hirschtalg, Tape, Magnesium, Elektrolyte!

Alles in allem war die Alpenquerung im Rückblick ein einmaliges, erdendes, beeindruckendes und aufregendes Erlebnis – ich bin sehr froh, das so zusammen mit Ramin gemacht zu haben!

     

   
    
 

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